Gedanken und Geschichten über Philosophie, Spiritualität und die Kunst zu kämpfen
00:00:13: Herzlich willkommen zurück bei Chi Gong und eine Tasse Tee.
00:00:31: Ich bin Andreas, in der letzten Folge haben wir das Ministerfeuer besucht den Perikart jene Hülle um dein Herz und den dreifach Erwärmer jene unsichtbare Kraft die deine drei großen Körperräume miteinander verbindet.
00:00:49: Wir haben über die Kunst nachgedacht, sich zu öffnen ohne sich zu verlieren.
00:00:56: Heute wandern wir weiter in die Mitte deines Körpers zum Element Erde!
00:01:02: Wir besuchen die Milz und den Magen jenes Paar das die alten chinesischen Meister als Die große Alchemie deines körpers bezeichnen.
00:01:13: der ort an dem aus rohem stoff Aus Nahrung aber auch aus Erfahrung überhaupt erst dass wird was dich wirklich nähert.
00:01:25: Ich mag dieses Bild von der Alchimiser, ein Alchemist versucht bekanntlich aus einfachen unedelen Material etwas Kostbares zu machen.
00:01:35: Genau das sagen die alten Texte geschieht Tag für Tag in deiner Körpermitte Ein Stück Brot Ein Apfel Eine Schale Reis.
00:01:47: All das ist zunächst nur totes formloses Material.
00:01:51: Tod nicht in dem Sinne, dass es nichts wert ist.
00:01:54: Aber eben erst mal so!
00:01:58: Und doch entsteht daraus wie durch ein stilles Wunder Das was du durch deine Adern fließt Was deine Muskeln bewegt Was deine Gedanken trägt.
00:02:12: Nimm deine Tasse Tee zur Hand.
00:02:15: Vielleicht spürst Du wie schon beim ersten Schluck etwas in deiner Mitte passiert Ein leises Willkommen Eine stülle Bereitschaft, diese Wärme aufzunehmen und zu etwas Eigenem zu machen.
00:02:30: Genau darüber möchte ich heute sprechen.
00:02:47: Beginnen wir mit dem Magen, den die alten Meister manchmal das Meer der Nahrung nannten.
00:02:55: Seine Aufgabe so heißt es in den klassischen Texten sei Das Rotten-und Reifen Ein Bild, das im ersten Moment vielleicht seltsam klingt aber sehr genau beschreibt was dort geschieht.
00:03:10: Nahrung die in den Magen gelangt wird nicht einfach zerkleinert.
00:03:15: sie wird regelrecht umgewandelt aufgeweicht für die weitere Reise vorbereitet ähnlich wie Kompost der in der Erde reift bevor er zu näherndem Humus Der Magen Melidian ist, wenn wir auf die Landkarte deines Körpers schauen einer der längsten unter den Zwölfstraßen.
00:03:40: Er beginnt unterhalb des Auges zieht über das Gesicht den Hals, die Brust den Bauch, die Vorderseite des Beines hinunter bis hin zur zweiten Zehe.
00:03:52: eine lange weitausgreifende Route so als würde dieser erste Empfänger Tatsächlich einen großen Teil deines Körpers durchqueren müssen, um seine Arbeit zu tun.
00:04:07: Ich finde es aufschlussreich dass der Magen als Empfänger bezeichnet wird nicht als Verarbeiter.
00:04:14: Er ist die erste Instanz die etwas von außen in sich aufnimmt und ich frage mich oft ob das nicht auch für unser seelisches erleben gilt.
00:04:24: Bevor wir eine Erfahrung überhaupt verstehen, einordnen oder verarbeiten können müssen wir sie zunächst einmal empfangen.
00:04:33: Sie hereinlassen ihr Raum geben ohne sich sofort bewerten oder verändern zu wollen.
00:04:40: Ich erinnere mich an eine Zeit in der ich lernen musste wie unterschiedlich Menschen mit schwierigen Nachrichten umgehen.
00:04:48: Manche stürzen sich so fort in die Analyse Wollen sofort verstehen Einordnen Eine Lösung finden.
00:04:57: andere brauchen erst eine Phase des reinen Empfangs, in der sie die Nachricht einfach nur da sein lassen ohne schon etwas damit zu tun.
00:05:07: Ich glaube beides hat seinen Platz aber ich habe gelernt dass die zweite Phase das Reine empfangen oft übersprungen wird weil wir es kaum aushalten etwas einfach nur in uns aufzunehmen ohne sofort zu handeln.
00:05:27: Ich beobachte das auch bei mir selbst, wenn ich eine kritische Rückmeldung zu meinem Unterricht bekomme.
00:05:32: Mein erster Impuls ist fast immer sofort zu erklären, zurechtfertigen – eine Lösung anzubieten!
00:05:40: Erst mit den Jahren habe ich gelernt, mir selbst bewusst diese erste Phase zu erlauben die Nachricht einfach nur ankommen zu lassen wie der Magen die Nahrung ankommt lässt bevor überhaupt die Frage gestellt wird was daraus werden soll.
00:05:58: Es ist erstaunlich, wie viel sich allein dadurch verändert dass man dem ersten Empfangen mehr Raum gibt bevor man zur Verarbeitung übergeht.
00:06:09: Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem alten Freund einen Psychotherapeutin der mir einmal erzählte wieviel Zeit er in seiner Arbeit darauf verwendet Menschen genau diese erste Phase des Empfangens beizubringen.
00:06:26: Er sagte Die meisten seiner Klienten kämen zu ihm mit dem Wunsch, ein Problem sofort zu lösen.
00:06:33: Eine Erfahrung so fortzu verstehen!
00:06:37: Seine eigentliche Arbeit besteht aber oft darin sie dazu zu bringen erst einmal auszuhalten Auszuhalten was gerade ist Ohne sofort etwas damit tun zu müssen.
00:06:51: Er nannte das einmal die Kunst des geduldigen Nichtstuens eine Formulierung die mich seitdem begleitet weil sie so gut zu dem passt, was der Magen in unserem Körper Tag für Tag praktiziert.
00:07:07: Ganz ohne dass wir jeder darüber nachdenken müssten!
00:07:24: Wenn der Maken der erste Empfänger ist dann ist die Mills in der chinesischen Medizin eigentliche Verwandlerin.
00:07:32: ihr traditioneller Titel lautet Beamtin für Transport und Transformation Ein sperriger Name für eine Aufgabe, die im Grunde alles weitere erst ermöglicht.
00:07:48: Die Milz nimmt das was der Magen vorbereitet hat und verwandelt es in das was die chinesische Medizin Guqin nennt – die Nahrungsenergie aus der später Blut- und die feineren Formen von Chi entstehen.
00:08:04: Ohne diese Verwandlung bleibt Alles was wir zu uns nehmen nur erstmal totes Material!
00:08:11: Es ist die Milz, die aus dem Toten das Lewendige macht.
00:08:16: Ihr Meridian verläuft von der Innenseite der großen Zehe Die Innenseiter des Beines hinauf Durch den Bauch bis hinauf zur Brust Eine ruhigere mehr nach innen gerichtete Straße als die des Magens So als würde diese stille Verwandlerin ihre Arbeit lieber im verborgenen Verrichten und ohne viel Aufsehen.
00:08:43: Was mich an der Milz besonders fasziniert, ist ihre Verbindung zum Denken.
00:08:49: Genauer gesagt zu jener Form des Denkens das wir im deutschen Grübeln nennen.
00:08:57: In der chinesischen Medizin gilt übermäßiges Grübeln Das endlose Wälzen des selben Gedanken als jene Emotion die die Milz am stärksten erschöpft.
00:09:10: Ich finde dass auf eine seltsame Weise sehr einleuchtend wenn ich es mit dem Bild der Verwandlung zusammendenke.
00:09:20: Grübeln ist im Grunde ein Denken, das nicht vorankommt.
00:09:26: Es nimmt einen Gedanken auf wie die Milz die Nahrung aber es verwandelt ihn nicht weiter!
00:09:34: Es dreht ihn immer wieder um sich selbst ohne ihn je zu etwas Neues zu überführen.
00:09:42: Vielleicht ist grübelnn also eine Art Verdauungsstörung des Geistes Ein Gedanke, der im Magen des Denkens liegen bleibt ohne dass die Milz ihn je in eine närende Erkenntnis verwandeln kann.
00:10:01: Ich erinnere mich an einen Teilnehmer, einen Ingenieur von Beruf, der mir einmal von seinen lächtlichen Grübelphasen erzählte.
00:10:11: Er beschrieb es sehr treffend als eine Schleife, die im Kreis läuft – ohne je irgendwo anzukommen!
00:10:20: Immer dieselben drei vier Gedanken in leicht abgewandelter Reihenfolge Nacht für Nacht.
00:10:28: Als wir gemeinsam über die Milz sprachen, sagte er etwas das mir im Gedächtnis geblieben ist.
00:10:35: Er sagte vielleicht koche ich diese Gedanken einfach nicht lange genug.
00:10:42: Ich nehme sie immer wieder aus dem Topf bevor Sie fertig sind und lege sie dann wieder hinein roh so wie zuvor.
00:10:53: Ich finde dieses Bild bemerkenswert treffend, denn genau das tun wir oft beim grübeln.
00:11:00: Wir unterbrechen den Verwandlungsprozess immer wieder bevor er zu Ende kommen kann weil wir die Ungewissheit des unfertigen Zustandes nicht aushalten.
00:11:13: Wir wollen sofort ein Ergebnis sofort eine Antwort und genau dieser Drang verhindert dass die eigentliche, langsame Verwandlung überhaupt stattfinden kann.
00:11:39: Ich erlebe in meinem Unterricht immer wieder Menschen, die von einer bestimmten Art der Erschöpfung berichten – nicht die akute Müdigkeit nach einer durchwachten Nacht sondern eine tiefere, zähre Form der Kraftlosigkeit oft begleitet von einem Gefühl geistiger Schwere von einem Bauch, der sich ständig aufgebläht oder unruhig anfühlt.
00:12:08: In der chinesischen Medizin würden wir bei diesem Bild oft an eine geschwächte Milz denken – eine Milz die überlastet ist!
00:12:18: Sei es durch zu viel kalte rohe Speisen sei es durch soviel geistige Arbeit oder eben durch übermäßiges Grübeln verliert nach und nach ihre Kraft zur Verwandlung.
00:12:33: Die Nahrung wird zwar noch aufgenommen, aber nicht mehr richtig in Energie umgewandelt.
00:12:39: Es entsteht das was wir Feuchtigkeit nennen – ein zäher drüber Zustand der sich wie Nebel über den ganzen Körper legt!
00:12:49: Ich finde diese Beschreibung erstaunlich treffend für einen bestimmten Zustand, den wohl die meisten von uns kennen.
00:12:57: Dieses Gefühl mit Informationen, Eindrücken, Verpflichtung regelrecht überflutet zu sein ohne sie noch verarbeiten zu können.
00:13:09: Man nimmt weiterhin auf Emails Nachrichten Gespräche, Verflichtungen.
00:13:15: Aber irgendwann reicht die Verwandlungskraft nicht mehr aus um all das in etwas Sinnvolles näherendes umzusetzen.
00:13:24: Es bleibt liegen ungenutzt wie unverdauerte Nahrung und erzeugt genau jene dumpfe, zähe Schwere die wir dann als Erschöpfung erleben.
00:13:38: Ich denke da an eine Zeit in der ich selbst versucht hatte gleichzeitig meine Arbeit als Haustechniker vorzuführen meiner Ausbildung zum Chigong-Lehrer voranzutreiben und einer eigene kleine Schule aufzubauen.
00:13:54: Ich erinnere mich an Wochen in denen ich mich fühlte als würde in mir ein Kessel stehen in denen ständig neue Zutaten geworfen würden.
00:14:05: Ohne das je genug zeigt bleibt, dass Feuer darunter richtig brennen zu lassen.
00:14:11: Am Ende hatte ich einen Kessel voller roher unverbundener Zutatens.
00:14:16: Viele gute Ideen, viel Wissen, viele Vorhaben – aber nichts davon war wirklich zu etwas Ganzen verschmolzen!
00:14:25: Ich glaube dieses Gefühl, viel zu wissen, Tigriert zu haben, ist eine sehr moderne Form der Milzerschöpfung.
00:14:39: Nicht ein Mangel an Nahrung – wir sind heute eher überflutet mit Informationen und Reizen oder Möglichkeiten – sondern ein Mangle an der stillen unauffälligen Kraft all das auch wirklich verwandeln.
00:14:55: Ich denke da an eine Beobachtung die ich in den letzten Jahren immer häufiger mache Sowohl bei mir selbst als auch bei meinen Schülern.
00:15:05: Es ist das Gefühl nach dem Konsum von Nachrichten, von Social Media, von endlosen Artikeln über alles Mögliche seltsam unruhig und gleichzeitig erschöpft zurückzuleiben.
00:15:21: Man hat viel aufgenommen aber nichts davon würde wirklich verdaut.
00:15:25: es bleibt wie ein schwerer unverarbeiteter Klos im System liegen der weder Kraft noch Klarheit bringt, sondern nur eine diffuse drückende Schwere.
00:15:42: Manchmal frage ich mich ob wir als Gesellschaft insgesamt unter einer Art kollektiver Milchschwäche leiden?
00:15:50: Überflutet mit Informationen aber ohne ausreichend Zeit und Raum all das tatsächlich zu etwas sinnvollem Zu verwandeln.
00:15:59: vielleicht wäre eine Heilsamste Praktik unserer Zeit gar nicht noch mehr aufzunehmen, noch mehr zu lernen.
00:16:09: Noch mehr zu konsumieren sondern schlicht dem was wir bereits aufgenommen haben endlich die Zeit zu geben die es braucht um wirklich verwandelt zu werden.
00:16:36: Die Milz gehört wie du vielleicht aus unsere Elementefolge noch weißt zum Element der Erde Und die Erde trägt in der chinesischen Philosophie eine besondere Qualität, nämlich das Vertrauen.
00:16:53: Ich finde es aufschlussreich, dass ausgerechnet jenes Organ, das für die Verwandlung von Nahrung in Energie zuständig ist so eng mit dieser Emotion verbunden wird.
00:17:05: Denn was ist Verdauung?
00:17:08: Wenn nicht ein aktiven unbewussten Vertrauens!
00:17:15: Wir nehmen etwas an uns auf dessen genaue Zusammensetzung wir nicht kennen und überlassen es einem Prozess, den wir nicht bewusst steuern können in der stillen Gewissheit dass daraus etwas Gutes für uns entsteht.
00:17:34: Ich glaube genau dieses Vertrauen fehlt vielen von uns heute!
00:17:39: Nicht nur gegenüber der Nahrung sondern gegenüber dem Leben selbst.
00:17:44: Wir wollen jede Erfahrung sofort verstehen sofort einordnen, sofort einen Sinn darin erkennen bevor wir überhaupt bereit sind sie erst einmal in Ruhe verdauen zu lassen.
00:17:58: Wir misstrauen dem Stillen unsichtbaren Prozess der Verwandlung und greifen stattdessen lieber selbst ein.
00:18:06: wollen kontrollieren was von Natur aus Zeit braucht.
00:18:12: ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer Schülerin die mir erzählte wie sehr sie darunter litt dass sie den Sinn eines schmerzhaften beruflichen Rückschlags einfach nicht erkennen konnte.
00:18:24: Sie hatte das Gefühl, sie müsse sofort verstehen wofür das gut gewesen sei welche Lektion darin verborgen läge und je mehr sie danach suchte desto frustrierter wurde sie.
00:18:39: ich fragte sie irgendwann Ob sie sich vorstellen könne, dass manche Erfahrungen einfach Zeit zum Reifen brauchen.
00:18:47: So wie Nahrung Zeit braucht um verdaut zu werden.
00:18:51: Dass der Sinn vielleicht erst entsteht während der Prozess läuft und nicht schon vorher fest steht nur darauf wartend entdeckt zu werden.
00:19:04: Sie erzählte mir Monate später das ihr diesen Gedanken oft mit sich getragen habe und dass sie eines Tages tatsächlich bemerkt habe, wie sich aus dieser schwierigen Erfahrung etwas geformt hatte, das Sie vorher nicht hatte kommen sehen.
00:19:22: Nicht weil sie es erzwungen hatte sondern weil sie aufgehört hatte gegen den Prozess der Verwandlung anzukämpfen und ihm stattdessen die Zeit gegeben hat, die er brauchte.
00:19:35: Ich denke dabei auch an mein eigenes Verhältnis zu diesem Thema dass sich über die Jahre deutlich gewandelt hat.
00:19:42: In meiner Zeit als Haustechniker bin ich es gewohnt, Probleme sofort zu lösen.
00:19:49: ein Defekt muss behoben werden am besten noch am selben Tag mit einer klaren nachvollziehbaren Ursache und einer ebenso klaren Lösung.
00:20:00: diese Denkweise übertrug ich lange auf mein eigenes Leben.
00:20:08: Jede schwierige Erfahrung musste sofort ihren Sinnpreis geben, sonst empfand ich sie als unerledigt, als offene Baustelle.
00:20:18: Erst durch Chigung – durch die tägliche Praxis des Wartens, des Beobachtens und des Nicht-Eingreifens lernte ich langsam auch innere Prozesse wie einen natürlichen Reifevorgang zu betrachten der seine eigene Zeit braucht….
00:20:36: Ich musste dafür etwas loslassen, dass mir all die Jahre als meine größte berufliche Stärke gegolten hatte.
00:20:45: Die Fähigkeit schnell zu handeln!
00:20:48: Nicht weil schnelles Handeln grundsätzlich falsch wäre aber weil nicht jeder Prozess in unserem Leben ein technisches Problem ist das eine schnelle Reparatur verlangt.
00:21:01: Manche Prozesse sind eher wie ein Sauerteig der Zeit zum Reifen braucht bevor aus ihm etwas Nahhaftes entstehen kann.
00:21:25: Ich möchte dir noch eine Beobachtung mitgeben, die mich seit meiner Ausbildung fasziniert.
00:21:31: Während die anderen vier Elemente Holz Feuer Metall Wasser jeweils einer eigenen Jahreszeit zugeordnet sind dem Frühling, dem Sommer, dem Herbst im Winter hat die Erde in vielen der alten Systeme keine eigene klare abgegrenzte Zeit.
00:21:53: Stattdessen, so heißt es oft, herrscht sie in den kurzen Übergangsphasen zwischen den Jahreszeiten – in jenen achtzehn Tagen am Ende jeder Saison bevor die Nächste beginnt!
00:22:06: Ich finde dieses Bild auf eine stille Weise sehr bewegend….
00:22:11: Die Erde Das Zentrum Jenes Element das alle anderen nähert und verbindet hat selbst keinen großen prunkvollen Auftritt.
00:22:25: Sie zeigt sich nicht in der Fülle des Sommers oder in der dramatischen Klarheit des Winters, sie zeigt sich in den leisen Übergängen – in jenen unscheinbaren Momenten, in denen eine Jahreszeit endet und die nächste noch nicht richtig begonnen hat!
00:22:46: Ich glaube das beschreibt sehr gut wie sich echte Verwandlung in unserem Leben oft anfühlt.
00:22:57: Sie geschieht selten in den großen dramatischen Momenten, über die wir später Geschichten erzählen – sie geschieht in den stillen Übergängen dazwischen, in jenen Tagen, die im Rückblick fast unsichtbar bleiben, weil dort scheinbar nichts Bedeutendes passiert ist.
00:23:18: und doch war es vielleicht genau in diesen Übergänge in denen die eigentliche Arbeit der Verwandlung stattgefunden hat.
00:23:29: Still, unauffällig – so wie die Erde selbst!
00:23:36: Manchmal frage ich mich ob wir diesen unscheinbaren Übergangszeiten in unserem Leben genug Respekt entgegenbringen.
00:23:48: Wir feiern gern die Anfänge und die Enden Den ersten Tag eines neuen Jahres den Abschluss eines Projekts Aber die Zeit dazwischen, in der die eigentliche Verdauung, die eigentlich Verwandlung stattfindet bleibt oft unbeachtet obwohl sie vielleicht die wichtigste von allen ist.
00:24:15: Ich erinnere mich wie mir dieser Gedanke zum ersten Mal richtig bewusst wurde als ich über meinen eigenen Weg vom Haustechniker zum Chigonglera nachdachte.
00:24:29: Wenn ich diese Geschichte erzähle, konzentriere ich mich meist auf zweimal kannte Punkte.
00:24:35: Jeden Sonntag im Mai durch den Bau Dinkugeln und später die Gründung meiner eigenen Schule.
00:24:45: Zwischen diesen beiden Punkten aber lagen Jahre – Jahre des Übens, des Lernens, das langsamen Reifens, die im Rückblick fast unsichtbar erscheinen weil In ihnen scheinbar nichts Besonderes geschah.
00:25:06: Und doch war es genau diese unscheinbare Zwischenzeit, in der die eigentliche Verwandlung stattfand – still geduldig!
00:25:16: Wie die Erde zwischen den zwei Jahreszeiten.
00:25:34: Noch ein letzter Gedanke bevor wir uns für heute verabschieden Der Erde wird in der chinesischen Medizin auch ein bestimmter Geschmack zugeordnet Die Süße Aber ich möchte betonen, dass damit nicht der Zucker gemeint ist den wir aus dem Supermarktregal kennen.
00:25:55: Die alten Meister sprachen von einer wahren Süße jenem sanften näherenden Geschmack, den man zum Beispiel in einem lange gekochten Getreidebrei im gedünsteten Kürbis in einer guten langsam gezogenen Brühe findet, eine Süße die nicht sofort explodiert und dann genauso schnell wieder verschwindet sondern die sich langsam entfaltet und lange nachwirkt.
00:26:32: Ich glaube dieses Bild lässt sich auch auf unser inneres Erleben übertragen.
00:26:40: Es gibt eine Art von Zufriedenheit die schnell kommt und schnell wieder geht der Kick eines neuen Kaufs, das kurze Hochgefühl einer Bestätigung von außen und es gibt eine andere tiefere Art von Zufriedenheit die sich langsam aufbaut.
00:27:00: Die keinen dramatischen Höhepunkt braucht sondern eher wie eine lange gekochte Brühe unspektakulär in der Zusammensetzung aber zutiefst näherend im Ergebnis.
00:27:16: Manchmal frage ich mich, wie viel von unserer modernen Unruhe damit zu tun hat, dass wir die schnelle Süße der raffinierten Reize, der langsam wahren Süße dieser Geduld vorziehen.
00:27:35: Nicht weil die schnellen Süßen uns wirklich mehr nähert sondern weil sie uns schneller etwas gibt das sich im ersten Moment wie Nahrung anfühlt es aber Nicht wirklich ist.
00:27:50: Vielleicht lohnt es sich, gelegentlich zu bemerken, welche Art von Süße du gerade suchst?
00:27:57: Die Schnelle, Laute die sofort etwas verspricht oder die Stille – Langsame!
00:28:04: Die Zeit braucht um sich wirklich zu entfalten.
00:28:22: Wir haben heute die Mitte deines Körpers besucht.
00:28:26: wir haben den Magen als erster Empfänger kennengelernt der Nahrung und Vielleicht auch Erfahrung erst einmal aufnimmt, bevor überhaupt eine Verarbeitung stattfinden kann.
00:28:42: Und wir haben die Milz – die Beamten für Transport und Transformation getroffen!
00:28:51: Die aus Rom Material das macht was uns schließlich wirklich nährt.
00:28:58: Wir haben über das Grübeln nachgedacht als einer Art Verdauungsstörung des Geistes über jene moderne Erschöpfung, die entsteht wenn wir mehr aufnehmen als wir verarbeiten können.
00:29:15: Und wir haben über das stille Vertrauen der Erde gesprochen.
00:29:19: Jenes Vertrauen dass uns erlaubt einen Prozess ablaufen zu lassen ohne ihn sofort verstehen oder kontrollieren zu müssen.
00:29:31: In der nächsten Folge folgen wir dem Atem selbst zum Element des Metalls.
00:29:37: Wir besuchen die Lunge und den Dickdarm, jenes Paar das uns lehrt wie eng miteinander verwandt das Aufnehmen und das Loslassen tatsächlich sind.
00:29:49: Und was es bedeutet wenn wir das eine ohne das andere zu Leben versuchen?
00:29:58: Nimm dir für heute nur dieses eine Bild mit!
00:30:02: In deiner Mitte steht ein stiller Kessel der ununterbrochen verwandelt, was du ihm gibst Nahrung, aber auch Erfahrung.
00:30:13: Auch Gedanken!
00:30:16: Vielleicht lohnt es sich in den nächsten Tagen einmal zu bemerken ob dieser Kessel gerade Zeit hat seine Arbeit zu tun oder ob du ihm mehr zumutest als er in Ruhe verwandeln kann.
00:30:32: Ich bin Andreas.
00:30:34: bleib bei dir spür was ich gerade in deiner Mitte wandelt und vertraue deiner Natur Bis zur nächsten Tasse-Tee, wenn es wieder heißt.
00:30:45: Chigong und eine Tasse Tee Gedanken und Geschichten über Philosophie, Spiritualität und die Kunst zu leben.
00:30:57: Wenn dir diese Episode gefallen hat dann abonniere diesen Podcast damit du keine Tasse t mehr verpasst.
00:31:06: Und wenn Du jemanden kennst für den dieser Blick auf die Alchimie der Mitte gerade jetzt wertvoll sein könnte Dann erzähl ihm gern davon.
00:31:18: Wenn dich eigene Gedanken zu dieser Folge begleiten oder du Fragen hast, dann schreibt mir gerne in die Kommentare Oder schickt mir einfach eine Nachricht per Mail.
00:31:30: Ich freue mich immer sehr von dir zu hören.
00:31:34: Alle Infos zu mir und meiner Arbeit findest Du auf meiner Homepage.
00:31:38: Den Link dazu habe ich Dir wie immer direkt an die Shownotes dieser Folge gepackt.
00:31:46: Bis zum nächsten Mal Von den Füßen steigt die Kraft ganz sacht und rein Durch jeden Nerv in jede Zelle hinein.
00:32:01: Ein imaginärer Bewegt wie ein Fluss, der sanft sein Ufer pflegt.
00:32:07: Die Gedanken ziehen wie Wolken fort.
00:32:10: Ich bin ganz hier an diesem Halgen auf so warm Lett mich ein bei mir zu sein.
00:32:20: Heißer Tee in meiner einen Anker in diesem Land.
00:32:27: Deine Tasse Tee.
00:32:30: Der Morgen malt ein zartes Licht Im Atemzug, da spür ich mehr Als Worte ist beschreiben können.
00:32:38: hier Die Seele lauscht der Körper leicht Der innere Kompass neu geeicht.
00:32:45: Kein Kampf kein Zwang nur ein sanftes Fließen.
00:32:49: die Harmonien im Inneren sprießen.
00:32:52: Der Tee erzählt Geschichten alt und weiß.
00:32:55: Das G-Umhüllt mich gibt mir neues Preis.
00:32:58: Ein Moment der Klarheit tief und warm macht nicht bereit für all das was ist und war.
00:33:06: Chigong, eine Tasse ja morgen macht im Atemzug, Borte es beschreiben könnten.
00:33:17: hier Die Seele lauscht der innere Kopf.
00:33:25: Ja chigong und deine Tassität so fängt jeder Tag an den ich sehe.
00:33:31: in Stille finde ich meinen Weg Im Rhythmus der das Leben trägt.