Qigong und eine Tasse Tee

Transkript

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00:00:13: Hallo und herzlich willkommen zu G-Gong & eine Tasse T. Gedanken und Geschichten über Philosophie, Spiritualität und die Kunst zu kämpfen.

00:00:39: Ich bin Andreas.

00:00:42: In der letzten Folge haben wir die Tür zu einem neuen Kapitel geöffnet.

00:00:47: Wir haben über die unsichtbaren Flüsse gesprochen die du steilen Körper ziehen, die Meridiane, die deine inneren Räume, deinen inneren Organe miteinander verbinden.

00:00:57: Wir haben gelernt nicht mehr zu fragen was ist hier kaputt sondern wohin will dieser Fluss eigentlich fließen?

00:01:05: Heute besuchen wir das erste dieser sechs großen Flusspaare!

00:01:10: Wir reisen zum Element des Holzes Zu jenen Paar dass in der chinesischen Medizin seit Jahrtausenden mit Frühling Aufbruch und Wachstum verbunden wird Der Leber und ihrer engsten Begleiterin, der Gallenblase.

00:01:26: Wenn du dich an unsere Folge über die fünf Elemente erinnerst dann weißt Du bereits Die Leber gilt in der TCM als der General deines inneren Reiches.

00:01:38: Sie plant den Feldzug sie legt die Richtung fest sie sorgt dafür dass Energie dorthin fließt wo sie gebraucht wird.

00:01:47: Heute schauen wir uns nicht mehr nur an, wer dieser General ist sondern welche Straßen er benutzt.

00:01:55: Die Straßen um sein Reich zu regieren und wir schauen uns seinen engsten wichtigsten Berater an die Gallenblase, die still im Hintergrund arbeitet und doch bei jeder einzelnen Entscheidung mitwirkt.

00:02:13: Nimm deine Tasse Tee zur Hand.

00:02:15: vielleicht ist es heute ein grüner Tee.

00:02:17: Seine Farbe passt zu unserem Thema.

00:02:20: Spür die Wärme, atme den Duft ein und lass uns gemeinsam den Weg dieser beiden Flüsse nachzeichnen.

00:02:42: Stell dir den Leber meridian einmal wie eine große Handelsstraße vor, die tief unten beginnt an der Innenseite deines großen Zähes und von dort aus einen weiten Bogen durch deinen Körper zieht.

00:02:58: Sie wandert die Innenseite deines Beines hinauf, durchquert dein Becken, streift die Rippen bis sie schließlich in der Nähe der Brust endet.

00:03:09: Was mich an diesem Verlauf immer wieder fasziniert?

00:03:13: Die Straße beginnt an einem der unscheinbarsten Punkte deines gesamten Körpers – dem großen C – und endet in der nähe deines Herzens , in der Region, in der wir so viel von unseren emotionalen Erleben verorten!

00:03:29: Der General beginnt seinen Weg also nicht in einem Palast, sondern ganz unten dort wo der Boden deinen Körper zuerst berührt.

00:03:39: Ich finde das erzählt uns bereits etwas Wesentliches über die Natur der Leberenergie.

00:03:45: Sie ist keine abgehobene theoretische Kraft.

00:03:51: sie beginnt im Kontakt mit dem Boden Mit der Erde Mit dem was trägt und erst von dort aus steigt sie auf um sich später mit dem höheren emotionalen Bereich deines Körpers zu verbinden.

00:04:07: In der chinesischen Medizin sagt man, die Leber liebt die Ausdehnung.

00:04:12: Sie liebt es wenn Chi frei und ungehindert in alle Richtungen fließen kann So wie ein junger Baum im Frühling seine Äste in alle Himmelsrichtungen ausstreckt ohne sich um die Grenzen zu kümmern.

00:04:24: Wenn dieser Fluss jedoch blockiert wird Durch Ärger Der nicht ausgesprochen wurde durch Eine Entscheidung, die man ewig vor sich her schiebt.

00:04:34: Durch einen Plan den man nie in die Tat umsetzt Dann reagiert der General mit Frust.

00:04:41: Genau das nennt man Leber-Chi Stagnation.

00:04:47: Über diese Leber Chi Stagnion haben wir ja schon mal im Zusammenhang mit dem Verkehrsstau gesprochen wenn du dich erinnerst.

00:04:57: Ich möchte bei diesem Bild noch einen Moment verweilen Denn ich glaube, es beschreibt etwas das viele von uns aus dem Alltag nur zu gut kennen.

00:05:06: Ein General der niemals plant wäre nutzlos.

00:05:09: ein Reich ohne Richtung ohne Strategie wäre den Zufall überlassen.

00:05:16: aber einen general der ständig plant und nie handelt wird so etwas anderem Zu einem ruhelosen geist der Nacht für nacht Neue Feldzüge entwirft, ohne je einen einzigen davon zu beginnen.

00:05:33: Ich erlebe das oft bei Menschen die zu mir in den Unterricht kommen und mehr erzählen wie viele Ideen sie eigentlich hätten für ein Projekt, eine berufliche Veränderung, für ein Gespräch das längst überfällig ist.

00:05:49: Die Pläne sind oft schon bis ins letzte Detail durchdacht.

00:05:52: Was fehlt ist nicht die Klarheit der Richtung.

00:05:56: Es ist der erste Schritt, der aus dem Kopf heraus in die Welt führt.

00:06:00: Und genau an dieser Schwelle – so beobachte ich es immer wieder – entsteht die Stagnation!

00:06:07: Nicht aus Mangel an Ideen sondern aus einem Überschuss an unausgeführten Plänen, die sich stauen wie Wasser hinter einem unsichtbaren Damm.

00:06:17: Aber die Leber trifft ihre Entscheidung ohnehin nicht alleine.

00:06:21: Sie hat eine Beraterin an ihrer Seite, die auf einer eigenen Eng verwandten Straße reißt.

00:06:28: Die Gallenblase.

00:06:43: Wenn die Leber der General ist, dann ist die Gallen Blase in der chinesischen Medizin der Kluge unbestechliche Richter.

00:06:52: Manche alten Texte nennen sie den Beamten Der Übermut und Entscheidungen wacht.

00:06:59: Ihr Meridian verläuft im Gegensatz zur Leber nicht durch das Zentrum des Körpers sondern in einem langen verschlungenen Zickzack an der Seite entlang Von der äußeren Augenecke über die Schlefe um das Ohr herum, an der Seite des Rumpfes hinunter, über die Außenseite des Beines bis zum vierten See.

00:07:22: Dieser Verlauf ist irgendwie bemerkenswert!

00:07:25: Während die Leber mitten durch das Zentrum reist direkt und entschlossen bewegt sich die Gallenblase an den Rändern... ...an den Flanken dort wo wir unsere Umgebung im Blick behalten.

00:07:38: Ihr Weg ist verschlungen, vorsichtig und beobachtend.

00:07:42: Vielleicht erklärt genau das warum wir im Volksmund sagen jemand habe Mut oder keinen Mut?

00:07:51: In der chinesischen Sprache gibt es tatsächlich eine enge Verbindung zwischen der Gallenblase und genau dieser Eigenschaft nicht die impulsive Hitzköpfe gemut der sofort los stürmt sondern jener ruhigere abwägende Mut, der erst die Lage sondiert vom Rand aus beobachtet und dann – wenn der richtige Moment gekommen ist eine klare Entscheidung trifft.

00:08:18: Ich musste vor einigen Jahren selbst eine solche Entscheidung treffen, die mir lange schwer fiel.

00:08:24: Es ging darum ob ich meine Anstellung als Hausttechniker endgültig aufgeben und mich ganz meiner Arbeit als Chigong-Lehrer widmen sollte.

00:08:33: Wochenlang kreiste ich um diese Frage ohne wirklich voranzukommen.

00:08:38: Ich hatte alle Argumente längst durchdacht.

00:08:42: Meine Leber konnte man sagen, hatte längst eine Richtung gefunden Aber irgendwas hielt mich zurück etwas das ich nicht wie Zögern anfühlte sondern eher wie ein Warten auf den richtigen Moment.

00:08:57: Erst im Rückblick habe ich verstanden was in dieser Zeit eigentlich geschah.

00:09:01: Es war nicht meine Leber die zögerte.

00:09:04: es waren meine Gallenblase die noch prüfte die noch am Rand entlangwanderte und die Landschaft studierte, bevor sie ihr endgültiges Urteil fällte.

00:09:14: Und als der Moment kam an dem beide General- und Berater sich einig waren da war die Entscheidung plötzlich leicht nicht weil sich äußerlich etwas verändert hätte sondern weil innerlich endlich beides Straßen in dieselbe Richtung zeigten.

00:09:33: Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem diese Einigkeit tatsächlich eintrat.

00:09:40: Es war kein dramatischer Moment, kein plötzlicher Geist des Blitzs!

00:09:45: Ich saß morgens mit einer Tasse Tee am Fenster so wie oft und merkte einfach eine unaufgeregte fast schon banale Klarheit in mir – es ist Zeit.

00:09:56: Keine Verfahren, keine große innere Debatte mehr….

00:10:01: Nur diese stille Gewissheit, die sich anfühlte als hätte sie schon lange auf mich gewartet.

00:10:07: Während ich noch mit mir rang.

00:10:10: Ich glaube genau das unterscheidet eine wirklich greifende Entscheidung von einem impulsiven Entschluss.

00:10:18: Der Impulsiventschluss kommt oft mit viel Lärm, viel Aufregung, einem Gefühl von jetzt oder nie.

00:10:26: Die greifenden Entscheidungen dagegen kommt meist leise fast unauffällig, wie ein Gast der lange vor der Tür gewartet hat und irgendwann einfach eintritt ohne anzuklopfen weil er weiß dass er längst erwartet wird.

00:10:54: Ich glaube viele der Zustände die wir als innere Zerrissenheit bezeichnen lassen sich mit diesem Bild der zwei Straßen sehr gut beschreiben.

00:11:04: Der General hat längst eine Richtung gefunden.

00:11:07: Du weißt eigentlich genau was du willst Was du sagen müsstest wohin du gehen solltest Aber der Berater am Rande zögert noch.

00:11:17: Er hat noch nicht alle Winkel des Terras geprüft und solange diese beiden nicht übereinstimmen, bleibt jede Bewegung nach vorn irgendwie halbherzig unentschlossen so wie ein Fuß der schon abgehoben ist aber noch nicht wirklich einen Schritt wagt.

00:11:36: Es gibt auch den umgekehrten Fall.

00:11:39: Manchmal ist es die Gallenblase die längst entschieden hat.

00:11:42: Ein klares, ruhiges Jahr – das ist richtig.

00:11:46: Während die Leber der General noch immer im Kreis plant, immer neue Wege entwirft und immer neue Möglichkeiten durchspielt ohne sich je auf eine festzulegen.

00:11:59: Das kennen wir vielleicht als das ewige Grübeln, das endlose Abwägen von Optionen.

00:12:06: Optionen, die im Grunde alle schon längst durch Dach wohnen!

00:12:11: Ich frage mich manchmal, ob nicht viele unserer größten inneren Konflikte genau in dieser Uneinigkeit zwischen General und Berater liegen.

00:12:21: Nicht zwischen Kopf-und Bauch wie wir es im Westen oft ausdrücken – das würde die Sache zu sehr vereinfachen!

00:12:28: Sondern zwischen zwei verschiedenen Qualitäten derselben Kraft der direkten entschlossenen Energie, die gerade Wegs durchs Zentrum zieht und der wachsamen prüfenden Energie die vorsichtig am Rand entlangwandert, bevor sie ihr Urteil fällt.

00:12:47: Vielleicht kennst du diesen Zustand aus deinem eigenen Leben?

00:12:51: Eine Entscheidung, die du eigentlich längst getroffen hast und die sich trotzdem nicht richtig anfühlt, solange irgendein Teil von dir noch am Rande steht und beobachtet!

00:13:01: Was wenn dieser innere Widerstand gar kein Hindernis ist sondern ein

00:13:05: Bote?!

00:13:07: Was wenn die Geilenblase dir gerade sagen will, warte noch einen Moment... Ich habe noch nicht die ganze Landschaft gesehen.

00:13:16: Ich denke, unsere moderne Welt macht es uns in dieser Hinsicht besonders schwer.

00:13:22: Wir leben in einer Zeit, die von uns verlangt ständig zu entscheiden und zwar sofort.

00:13:29: Welche E-Mail beantworte ich zuerst?

00:13:31: Welchem Reiz aus dem Handy schenke ich meine Aufmerksamkeit?

00:13:35: auf welches Angebot gehe ich ein bevor er wieder verschwindet?

00:13:40: In dieser Geschwindigkeit bleibt der geilen Blase unserem geduldigen Beobachter am Rande, oft gar keine Zeit mehr ihre Runde zu Ende zu gehen.

00:13:50: Sie wird ständig unterbrochen bevor sie ihr Urteil überhaupt fällen konnte!

00:13:54: Ich frage mich manchmal ob nicht ein Großteil unserer heutigen Entscheidungsmüdigkeit dieses Gefühl am Ende des Tages erschöpft zu sein obwohl man körperlich kaum etwas geleistet hat genau daher rührt Nicht davon, dass wir zu viele Entscheidungen treffen.

00:14:13: Sondern davon das wir sie treffen müssen bevor unser innerer Berater überhaupt die Zeit hatte seine Streife zu beenden.

00:14:24: Ich beobachte das übrigens auch bei mir selbst wenn ich zu viele Termine an einem einzigen Tag habe.

00:14:30: Es ist nicht die reine Anzahl der Aufgaben die mich erschöpfen.

00:14:33: es ist das Gefühl von einer Entscheidung zur nächsten gehitzt zu werden ohne dass mein innerer Brater je wirklich zu Wort kommt.

00:14:42: Am Ende eines solchen Tages fühle ich mich nicht wie jemand, der viel geleistet hat.

00:14:48: Ich fühle mich wie ein General, der einen Dutzend Schlachten gleichzeitig führen musste, ohne je einen klaren Bericht von seinen Aufklärern erhalten zu haben.

00:15:12: Wir können nicht über die Leber sprechen, ohne über jene Emotion zu sprechen, die ihr in der chinesischen Medizin traditionell zugeordnet wird Den Zorn Die Wut den Ärger in all seinen Schattierungen.

00:15:27: Ich möchte hier aber eine Unterscheidung treffen, die mir in meiner Praxis sehr wichtig geworden ist Es gibt eine Wut wie ein plötzliches Gewitter über uns herein brücht laut, explosiv oft zerstörerig weil sie sich einen Weg bahnt ohne Rücksicht auf das was ihr im Weg steht.

00:15:48: und es gibt eine andere Form dieser Energie Die viel stiller ist, eine klare gerichtete Entschlossenheit die genau weiß wofür sie steht und die sich nicht beirren lässt.

00:16:04: Beide Formen entspringen dem selben Element, demselben Fluss.

00:16:09: Der Unterschied liegt nicht in der Kraft selbst sondern darin wie frei oder wie gestaut sie ist.

00:16:16: Ein Fluss der frei fließen kann formt die Landschaft ohne sie zu zerstören.

00:16:22: Er grebt sich sein Flussbett, ernährt die Ufer.

00:16:26: Er ernährt das

00:16:27: Land.".

00:16:29: Der selbe Fluss – aufgestaut über Jahre – bricht irgendwann mit gewaltiger Zerstörungskraft durch den Damm!

00:16:37: Ich erinnere mich da an eine Schülerin, die zu mir kamen weil sie sich selbst als übermäßig cholerisch beschrieb.

00:16:46: Sie schämte sich für ihre Wutausbrüche, die scheinbar aus dem Nichts kamen.

00:16:50: Oft wegen Kleinigkeiten, die diese Heftigkeit gar nicht zu rechtfertigen schien.

00:16:56: Als wir genauer hinschauten, zeigte sich ein vertrautes Muster.

00:17:02: Sie war eine Meisterin darin über Wochen und Monate hinweg alles zu schlucken was sie eigentlich hätte aussprechen sollen.

00:17:10: Kleine Kränkungen Unfaire Bemerkung eigene Bedürfnisse, die sie nie einforderte Bist ihr dann irgendwann brach?

00:17:19: Meist an einer völlig belanglosen Stelle.

00:17:24: Ich habe ihr damals nichts geraten, ich habe nur gefragt Was wenn deine Wut gar nicht dein Problem ist?

00:17:32: Was wenn sie nur der letzte verzweifelte Versuch deines Flusses ist endlich gehört zu werden nachdem du ihn monatelang jeden anderen Ausweg verwährt hast?

00:17:44: diese Frage hat sie lange begleitet.

00:17:46: Ich weiß nicht was genau sich in ihrem Leben danach verändert hat.

00:17:50: Das war nicht meine Aufgabe es herauszufinden.

00:17:54: Aber ich erinnere mich, dass sie Monate später zu mir sagte Sie habe angefangen kleinere Dinge früher auszusprechen Nicht laut, nicht dramatisch Nur früher Und die großen Ausbrüche wurden seltener.

00:18:12: Was mich an dieser Geschichte bis heute beschäftigt ist eine Beobachtung Die sie mir bei einem unserer letzten Gespräche mit gab.

00:18:20: Sie sagte, sie habe festgestellt dass sie ihre eigene Wut jahrelang mit schlechtem Charakter verwechselt hatte.

00:18:29: Sie hatte geglaubt sie sei einfach ein Mensch der zu schnell explodiert und hatte sich selbst dafür über Jahre hinweg verurteilt.

00:18:39: Erst als sie begann diese Energie nicht als Charakterfehler sondern als gestauten Fluss zu betrachten veränderte sich etwas in ihrer Beziehung zu sich selbst.

00:18:49: Nicht die Wut verschwand von heute auf morgen, aber der Kampf gegen sich selbst den sie zusätzlich zu überwut auch noch führte wurde leiser.

00:19:00: Ich frage mich wie viele von uns eine ganz ähnliche Verwechslung in sich tragen?

00:19:07: Wie oft wir eine gestaute Energie für einen Markel unseres Wesens halten statt für das was sie eigentlich ist ein Fluss der gerade keinen Weg findet und der uns genau deshalb so laut ruft und uns so laut werden lässt.

00:19:38: Ich möchte dir noch eine Beobachtung mitgeben, die mir viele meiner Schüler über die Jahre erzählt haben und die mich selbst lange beschäftigt hat.

00:19:47: Dieses immer wiederkehrende Aufwachen mitten in der Nacht meist irgendwann zwischen ein und drei Uhr – und das ohne erkennbaren äußeren Grund!

00:19:57: In der chinesischen Orgahnuhr, über die wir am Ende unserer Reise durch die Meridianen noch ausführlich ersprechen werden fällt genau diese Stunde in die Zeit der Leber.

00:20:08: Es ist die Stunde in der ihr Fluss traditionell am kräftigsten ist und in der sie bildlich gesprochen ihre nächtliche Arbeit verrichtet das Blut zu reinigen, zu ordnen den kommenden Tag vorzubereiten.

00:20:23: Ich will hier keine Erklärung anbieten die suggeriert Jedes nächtliche Erwachen habe genau diese eine Ursache.

00:20:30: Das wäre zu einfach und der Mensch ist komplexer als jede einzelne Theorie es erfassen könnte, aber ich finde es bemerkenswert wie oft Menschen die in dieser bestimmten Stunde aufwachen mir hinterher erzählen ihre Gedanken hätten in diesem Moment um ungelöste Entscheidungen gekreist, um ein Gespräch das sie führen müssten um eine Richtung, die sie einschlagen sollten es aber noch nicht getan haben.

00:20:59: Ich frage mich manchmal ob der General in dieser stillen Stunde wenn er tagendlich zur Ruhe gekommen ist und kein äußerer Reiz mehr ablenkt seine Karten noch einmal ausbreitet?

00:21:14: Ob er genau dann, wenn niemand mir zusieht Die Feldzüge durchgeht, die tagsüber im Lärm untergegangen sind Und ob dieses Erwachen vielleicht weniger eine Störung ist als vielmehr ein leiser Hinweis darauf, dass irgendwo in dir noch einen Weg ist der noch fortgeschritten werden will.

00:21:39: Ich sage bewusst nicht was du mit diesen Gedanken anfangen sollst falls du selbst zu jenen Menschen gehörst die diese Stunde nur zugut kennen.

00:21:50: Ich lade dich nur ein beim nächsten Mal, wenn du in dieser Stille wach liegst.

00:21:55: Nicht sofort gegen das Wachsein anzukämpfen sondern für einen Moment neugierig zu sein.

00:22:02: Welche Gedanken sind es die sich in dieser Stunde zeigen?

00:22:07: Und könnte es sein dass dein General dir gerade etwas mitteilen will, dass er tagsüber nicht zu Wort kommen lässt?

00:22:31: Ein letzter Gedanke zu diesem ersten Flusspaar bevor wir uns heute verabschieden.

00:22:37: In der chinesischen Medizin heißt es, die Augen seien das Tor der Leber.

00:22:44: Alles was diese beiden Meridianer an Kraft und Klarheit in sich tragen spiegelt sich in unserem Blick.

00:22:51: Ich beobachte das oft bei meinen Schülern lange bevor sie selbst etwas darüber sagen.

00:22:57: Es gibt Tage an denen ein Blick klar ist offen weit Und Tage an den derselbe Mensch Mit einem engen, fast schon gehetzten Blick durch den Raum schaut als würde er ständig nach etwas Ausschau halten.

00:23:14: Etwas das ihm entgeht!

00:23:17: Ich frage mich manchmal wie oft wir selbst gar nicht bemerken wodurch unser eigener Blick geprägt ist.

00:23:27: Schauen wir gerade weit wie jemand der seinem General vertraut und seinem Berater zuhört?

00:23:34: Oder schauen wir eng gehetzt als müssten wir jeden Moment eine Bedrohung entdecken, die vielleicht gar nicht mehr existiert?

00:23:43: Es gibt einen alten Satz den ich in meiner Ausbildung gehört habe und der mich seitdem begleitet.

00:23:50: Der Geist folgt dem Blick.

00:23:54: Vielleicht lohnt es sich das nächste Mal wenn du dich innerlich unentschlossen fühlst Wenn General- und Beratern nicht übereinstimmen wollen Einfach einmal zu bemerken, wie du gerade schaust.

00:24:08: Nicht um es zu ändern, nur um sie zu be merken!

00:24:14: Ich beobachte bei mir selbst das ich meinen Blick an manchen Tagen fast viel von allein weitet sobald ich draußen bin in der Natur ohne einem Bildschirm vor mir und ich beobachte wie eng er wird wenn ich stundenlang auf ein Display gestarrt habe Wenn Nachricht auf Nachricht meine Aufmerksamkeit gefordert hat.

00:24:37: Vielleicht ist das kein Zufall.

00:24:39: Vielleicht ist es genau diese Enge des Blicks, die auch die Straßen von General und Berater enger werden lässt als würden beide Meridiane spüren dass ihnen der Raum genommen wird den sie eigentlich zum Fließen brauchen.

00:25:00: vielleicht erzählt dir dein eigener Blick gerade mehr über den Zustand dieser beiden Flüsse als jedes Gespräch mit ihr selbst es könnte.

00:25:23: Ich möchte dir noch eine Beobachtung mitgeben, die eng mit dem Holzelement verbunden ist und die ich in meinem eigenen Körper immer wieder spüre.

00:25:31: Die Verbindung der Leber zu den Sehnen und Bändern.

00:25:35: Die chinesische Medizin sagt, die Leber regiert die Sehne.

00:25:40: Jene Zehen elastischen Strukturen, die unsere Gelenke zusammenhalten und uns gleichzeitig Beweglichkeit schenken.

00:25:50: Ich finde diese Zuordnung bemerkenswert treffend wenn ich sie mit dem verbinde, was wir bereits über die Leber wissen.

00:25:58: Sie liebt die Ausdehnung – die Bewegung das Wachstum aber sie braucht eine Struktur, die diese Bewegung möglich macht ohne dass alles auseinanderfällt.

00:26:09: Ich beobachte das auch in meiner eigenen Schiekungpraxis.

00:26:13: An Tagen an denen meine Leberenergie frei fließt spüre ich eine bemerkenswerte Geschmeidigkeit in meiner Bewegung Eine Elastizität, die sich mühelos anfühlt.

00:26:27: An anderen Tagen wenn ich innerlich angespannt bin Wenn Ärger oder unausgesprochener Frust sich in mir gestaut hat Habe ich genau diese Steifheit zuerst in meinen Sehnen In den Kniegelenken In den Schultern Entlang der Wirbelsäule.

00:26:46: Es ist als würde sich die innere Blockade sofort in eine äußere körperliche Steifheit übersetzen.

00:26:56: Ich frage mich manchmal, ob nicht auch unsere seelische Flexibilität, unsere Fähigkeit uns an neue Situationen anzupassen ohne dabei unserer eigene Form zu verlieren etwas mit dieser Sehnenqualität zu tun hat?

00:27:13: Ein Sehnengewebe das zu star ist reist bei plötzlicher Belastung.

00:27:20: Ein Sehnengewebe, das zu weich ist gibt keinen Halt mehr.

00:27:27: Die gesunde Sehne liegt genau dazwischen elastisch genug um nachzugeben stark genug um zu halten.

00:27:36: vielleicht es genau dass die Essenz dessen was wir heute über Leber und Gallenblase gelernt haben.

00:27:42: Es geht nicht darum immer entschlossen wie ein General zu sein oder immer vorsichtig wie ein Berater.

00:27:49: Es geht darum, jene Elastizität zu finden die uns erlaubt uns zudänen ohne zu reißen und uns zu halten ohne zu erstarmen.

00:28:14: Wir haben heute unsere Reise durch die zwölf Hauptmeridiane mit dem Element des Holzes begonnen.

00:28:19: wir haben die Leber als den General kennengelernt der mitten durchs Zentrum zieht entschlossen geradewegs immer auf Ausdehnung bedacht Und wir haben die Gallenblase als den klugen Berater getroffen, der an den Rändern wandert beobachtet prüft bevor er sein Urteil fällt.

00:28:39: Wir haben gesehen dass viele unserer inneren Konflikte vielleicht gar keine Konflichte zwischen richtig und falsch sind sondern ein Ring zwischen diesen beiden Qualitäten Der geraden Entschlossenheit und der wachsamen Vorsicht!

00:28:54: Und wir Haben uns gefragt ob nicht selbst unsere Wut In ihrer gestauten Form nur ein Bote ist, der endlich gehört werden möchte.

00:29:31: bei deiner Nahrung, sondern wie wir sehen werden auch bei so manchen Gedanken die du in dir trägst.

00:29:40: Nimm dir für heute nur dieses eine Bild mit In dir ziehen zwei Straßen entlang Eine gerade durch das Zentrum, eine wachsam an den Rändern.

00:29:55: Vielleicht lohnt es sich in den nächsten Tagen einmal zu bemerken welche der beiden gerade lauter spricht und Ob sie sich vielleicht schon einig sind, auch wenn du es selbst noch nicht ganz gemerkt hast.

00:30:12: Ich bin Andreas.

00:30:14: Bleib bei dir!

00:30:15: Spüre welche deiner inneren Straßen heute den Ton angibt und vertraue Deine Natur Bis zur nächsten Tasse Tee Wenn es wieder heißt... zu leben.

00:30:38: Wenn dir diese Episode gefallen hat, dann abonniere diesen Podcast damit du keine Tasse Tee mehr verpasst.

00:30:46: und wenn du jemanden kennst für den dieser Blick auf die Straßen von General- und Berater gerade jetzt wertvoll sein könnte, dann erzähle ihm gern davon!

00:30:56: Wenn dich eigene Gedanken zu dieser Folge begleiten oder du Fragen hast, dann schreib mir gerne in die Kommentare oder schick mir eine Nachricht.

00:31:05: Ich freue mich immer sehr von dir zu hören.

00:31:09: Alle Infos zu mir und meine Arbeit findest du auf meiner Homepage.

00:31:13: Den Link dazu habe ich dir, wie immer direkt in die Shownutz dieser Folge genannt!

00:31:20: Von den Füßen steigt die Kraft ganz sacht und rein Durch jeden Nerv In jede Zelle hinein.

00:31:33: Ein Imaginairel der sich bewegt Wie ein Fluss der sanft sein Ufer pflegt.

00:31:39: Die Gedanken ziehen wie Wolken fort.

00:31:42: Ich bin ganz hier an diesem halben Ort und ein Duft steigt auf, so warm und lädt mich ein bei mir zu sein.

00:31:52: heißer Tee in meiner Ein Anker in diesem Land.

00:31:58: Chigong und eine Tasse Tee.

00:32:02: der Morgen malt ein zartes Licht im Atemzug da spür ich mehr als Worte es beschreiben können.

00:32:10: hier die Seele lauscht Der Innere passt neu geeicht.

00:32:17: kein Kampf kein Zwang nur ein sanftes.

00:32:21: Die Harmonien im Sprießen, der Tee erzählt Geschichten alt und weiß.

00:32:27: Das G-Umhüllt mich gibt mir neues Preis.

00:32:30: Ein Moment der Klarheit tief und warm macht nicht bereit für all das was ist und war.

00:32:44: Im Rhythmus der das Leben trägt.