Qigong und eine Tasse Tee

Transkript

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00:00:13: Hallo und herzlich willkommen zurück bei Chi Gong & eine Tasse T. Gedanken und Geschichten über Philosophie, Spiritualität und die Kunst zu kämpfen.

00:00:38: Ich bin Andreas.

00:00:41: In unserer letzten Folge sind wir gemeinsam durch die Welt der Hexagramme gewandert.

00:00:46: Wir haben gelernt bzw gesehen dass unser Leben ein fortwährendes Gespräch ist.

00:00:55: Ein Gespräch zwischen dem, was in uns geschieht und dem, das uns von außen begegnet.

00:01:01: Wir haben den Tanz zwischen Himmel und Erde gespürt Das Ring zwischen unserem Inneren Und der Landschaft die uns umgibt.

00:01:10: Heute schlagen wir ein neues großes Kapitel auf!

00:01:14: Wir verlassen für eine Weile die Bilder der Trigramme und Hexagramme und wenden uns etwas zu dass genauso alt, genauso weise aber auf eine ganz andere Art greifbar ist.

00:01:27: Wir wenden uns deinem eigenen Körper zu!

00:01:30: Nicht als Maschine nicht als Anatomietafel sondern als Landschaft die von etwas durchzogen wird das wir nicht sehen und doch spüren können.

00:01:41: Erinnerst du dich noch an unsere Reise durch die fünf Elemente?

00:01:45: An die Folgen über Holz Feuer Erde Metall und Wasser?

00:01:50: Wir haben damals über die Leber gesprochen, über das Herz, über die Milz.

00:01:55: Die Lunge dinieren!

00:01:58: Wir haben die Qualität jedes Einzelnen dieser inneren Räume besprochen, gespürt seine Farben, seine Jahreszeiten, seine Emotionen gesehen.

00:02:10: Betrachten wir diesen Körper, unseren Körper mal wie ein Haus.

00:02:15: Die Organe sind die Zimmer aber ein Haus besteht nicht nur aus Zimmern.

00:02:21: Ein Haus lebt erst durch das, was die Zimmer miteinander verbindet.

00:02:26: Die Flure – die Treppen!

00:02:28: Die Leitungen, die hinter den Wänden verlaufen und jeden Raum mit Wasser, mit Wärme, mit Licht versorgen.

00:02:36: Ein Zimmer so schön es auch eingerichtet sein mag wird kalt und dunkel wenn die Leitung dorthin unterbrochen sind.

00:02:44: Und genau das entdecken wir heute Das große unsichtbare Leitungssystem deines Körpers.

00:02:52: In der chinesischen Medizin nennen wir das Yinglu, die Meridiane.

00:02:57: Man könnte auch sagen Die unsichtbaren Flüsse deines Seins.

00:03:04: Ich möchte dir heute nicht erklären wie du diese Flüße richtig nutzt!

00:03:09: Ich möchte Dir kein Werkzeug in die Hand geben dass Du ab morgen anwenden musst.

00:03:14: Diese Folge ist keine Gebrauchsanweisung.

00:03:17: Sie ist eher wie ein Spaziergang an einem Fluss, den du vielleicht schon dein ganzes Leben lang überquerst ohne je stehen geblieben zu sein um ihm zuzuhören.

00:03:30: Nimm deine Tasse Tee in die Hand spüre die Wärme und lass uns gemeinsam über das Fließen nachdenken.

00:03:38: Über das was durch dich hindurch reißt Ganz egal ob du es bemerkst oder nicht.

00:03:58: Lass mich dir einen Bild mitgeben dass Mir in meinen Jahren als Lehrer immer wieder geholfen hat, dieses Thema besser zu begreifen.

00:04:09: Stell dir eine Landschaft vor!

00:04:10: Vielleicht so wie wir sie schon einmal beschrieben haben... ...als wir über die Hexagramme sprachen?

00:04:16: Dein Inneres als Fluss, Die Welt als Landschaft.

00:04:22: Heute zuben wir etwas näher heran.

00:04:24: Wir schauen uns nicht mehr die ganze Landschaft an sondern das Flusssystem selbst Dass diese Landschaft durchzieht.

00:04:34: In dieser Landschaft gibt es große Ströme.

00:04:37: Breite, kraftvolle Flüsse die tief in die Erde eingeschnitten sind und viel Wasser tragen.

00:04:44: Das sind unsere zwölf Hauptmeridiane.

00:04:47: Sie sind nicht willkürlich verteilt.

00:04:50: Jedes von ihnen entspringt oder mündet in einem unserer fünf Elemente... ...in einem unserer inneren Organe.

00:04:58: Und dann gibt es diese kleinen Bäche Diese Nebenarme die sich von den großen Strömen abzweigen und die entlegensten Winkel der Landschaft versorgen.

00:05:08: Selbst der trockenste Hügel, die entfernteste Wiese – nichts bleibt unversorgt wenn das System gesund ist!

00:05:19: Was passiert nun, wenn ein Fluss verstopft wird?

00:05:23: Wenn irgendwo ein Baumstamm quer im Flussbett liegt, wenn Geröll sich staut.

00:05:29: Stromaufwärts staut sich das Wasser Es tritt über die Ufer, es wird träge stehend.

00:05:38: Es fängt an zu faulen.

00:05:40: Strom abwärts hingegen vertrocknet das Land Die Wiesen werden braun, die Bäume verdosten.

00:05:47: Genau das erleben wir wenn unser Chi nicht mehr frei fließen kann.

00:05:52: Wir kennen das Gefühl vielleicht als Verspannung im Nacken Als drückender Kopfschmerz Als ein Taubes ziehen im Bein dass einfach nicht weggehen will.

00:06:03: Es ist selten die Stelle selbst, die das eigentliche Problem darstellt.

00:06:08: Es ist die Stauung davor der Rückstau, der sich Bahn brechen will.

00:06:14: Die alten chinesischen Ärzte waren in gewisser Weise wie Wasserbauingenieure.

00:06:20: Ihre Aufgabe war es nicht in erster Linie ein krankes Organ zu reparieren Wie wir es aus der westlichen Medizin kennen?

00:06:29: Ihre Aufgabe War es die Flüsse wieder zum fließen zu bringen Manchmal an der Quelle, manchmal weit entfernt von der eigentlichen Beschwerde weil sie wussten dass ein Stau kilometerweit Strom aufwärts entstehen kann bevor er sich Strom abwärzt als Problem zeigt.

00:06:50: Und vielleicht ist das schon die erste Frage die ich dir heute mitgeben möchte bevor wir überhaupt tiefer einsteigen wo in deinem eigenen Leben zeigt sich ein Symptom an einer Stelle Während die eigentliche Ursache ganz woanders liegt, vielleicht kilometerweit Stromaufwärts in einem Bereich den du längst nicht mehr mit dem Problem in Verbindung bringst.

00:07:27: Vielleicht fragst Du Dich jetzt?

00:07:29: Wo verlaufen diese Flüsse eigentlich?

00:07:31: Kann ich sie sehen?

00:07:32: Kann Ich Sie anfassen?

00:07:35: Nein!

00:07:36: Und genau das war für mich als ich vor Jahren zum ersten Mal davon hörte... ...die größte Herausforderung.

00:07:44: Ich komme ja, wie du weißt aus einer sehr handfesten Welt.

00:07:47: Ich habe zwanzig Jahre lang mit Stromkabeln und Rohrleitungen gearbeitet Dinge die man mit einem Messgerät nachweisen kann, die man anfassen und reparieren kann.

00:07:58: Ein Kabel das kein Strom führt findet man mit dem richtigen Werkzeug.

00:08:03: Man folgt der Leitung Meter für Meter bis man die Unterbrechung entdeckt Die Meridiane aber lassen sich nicht unter dem Skalpell finden.

00:08:13: Kein Anatom hat je einen Meridian herausgeschnitten und auf den OP-Tisch gelegt.

00:08:19: Ich erinnere mich, wie ich in den ersten Jahren meiner Ausbildung regelrecht nach ihnen gesucht habe – so wie ich früher nach einem defekten Kabel in der Wand gesucht hatte!

00:08:31: Ich wollte etwas finden, das sich anfassen, dass ich mit meinem alten technischen Verstand begreifen kann… Und dennoch fand ich nichts... Zumindest nichts, was meinem alten Weltbild entsprach.

00:08:47: Was ich stattdessen fand war eine Verlässlichkeit die jeden Zweifel bei mir irgendwann zum Schweigen gebracht hat – nicht weil ich sie unter dem Mikroskop beweisen konnte sondern weil ich Sie immer wieder in mir selbst und in meinen Schülern wirken sah.

00:09:05: Die Meridianen sind keine anatomischen Strukturen wie Adern oder Nerven.

00:09:11: Sie sind funktionale Bahnen.

00:09:13: Man kann sie sich vorstellen wie Handelsrouten eines alten Reiches.

00:09:19: Auf einer Landkarte siehst du diese Routen nicht als eingezeichnete Straßen aus Steinen, trotzdem waren sie über Jahrhunderte real verlässlich und lebenswichtig für den Austausch von Gütern zwischen den Städten.

00:09:35: Karawannen folgten ihnen jahrhundertelang obwohl keine Pflastersteine sie markierten.

00:09:41: manche dieser Routem verliefen über Gebirgspässe Andere entlang den Flussthelern.

00:09:47: Sie folgten dem Weg des geringsten Widerstands, dem was das Leben selbst vorgezeichnet hatte.

00:09:55: Genauso verlaufen die zwölf Hauptmeridiane wie unsichtbare Handelsguten durch deinen Körper.

00:10:02: Sie verbinden das Innere mit dem Äußeren – die Organe mit der Haut, die Wurzeln mit der Blüte.

00:10:10: Jeder Meridian ist einem unserer Organ zugeordnet und trägt seinen

00:10:13: Namen.".

00:10:14: Da gibt es den Lung Meridian, den Leber Meridian und den Nieren Meridian.

00:10:21: Ich erinnere mich an einen Schüler, nennen wir ihn Thomas der seit Jahren unter wiederkehrenden Spannungskopfschmerzen litt.

00:10:31: Er hatte alles versucht Physiotherapie, Massagen sogar eine Zeit lang Medikamente.

00:10:39: Nichts half wirklich dauerhaft.

00:10:42: Als er in meinen Kurs kam klagte er vor allem immer über Die gleiche Stelle, eine Verspannung zwischen den Schulterblättern.

00:10:50: Die sich manchmal bis in den Hinterkopf hinaufzog.

00:10:56: Ich habe ihm damals nicht gesagt was er tun sollte!

00:10:59: Ich habe ihn nur erzählt was ich über die Straßen unter seiner Haut weiß... ...das genau dort zwischen den Schulterblättern mehrere dieser unsichtbaren Handelsguten verlaufen und dass ein Stau an dieser Kreuzung sich in ganz unterschiedliche Richtungen ausbreiten kann.

00:11:16: Ich habe ihm eine Landkarte gezeigt, aber keine Anleitung gegeben.

00:11:22: Was er daraufhin selbst über die Wochen entdeckte welche Bewegungen ihm gut taten?

00:11:26: Waren seine Verspannung sich meldeten was in seinem Alltag damit zusammen hing.

00:11:32: das war nicht mein Verdienst.

00:11:34: Das war seiner eigene geduldige Erkundung dieser Landschaft Dieser Landschaft in sich selbst.

00:11:42: ich hatte ihm nur gezeigt dass es dort überhaupt eine Landschaft zu erkunden gibt.

00:11:48: Tja, vielleicht ist genau das der eigentliche Wert dieses Wissens.

00:11:53: Nicht dass es uns eine Lösung liefert sondern dass es unsere neue Frage schenkt!

00:11:59: Nicht mehr was ist an dieser Stelle kaputt?

00:12:03: Sondern vielleicht welcher Fluss verläuft hier eigentlich durch mich hindurch und wohin will er?

00:12:25: Nun könnte man meinen, dieses Wissen sei nur etwas für Therapeuten.

00:12:29: Verärzte Für Menschen mit Nadeln in der Hand.

00:12:34: Doch ich glaube, es geht um etwas viel Grundlegeneres.

00:12:39: Wir leben in einer Kultur die uns beigebracht hat den Körper in Teile zu zerlegen.

00:12:45: Wenn der Rücken schmerzt gehen wir zum Rückenspezialisten.

00:12:49: wenn der Magen rebelliert Gehen wir zum Magenspezialist.

00:12:54: Jeder kümmert sich um sein eigenes kleines Territorium Und niemand fragt mehr ob zwischen diesen Territorien vielleicht ein Fluss verläuft, der beide miteinander verbindet.

00:13:06: Ich frage mich manchmal – was würde sich verändern wenn wir aufhören würden unseren Körper wie eine Sammlung getrennter Provinzen zu betrachten und stattdessen anfingen ihn als eine einzige zusammenhängende Landschaft zu sehen?

00:13:24: Vielleicht würdest du dann die Verspannung in deiner Schulter nicht mehr isoliert betrachten sondern dich fragen Womit ist dieser Ort verbunden, wohin führt der Fluss, der hier gerade gestaut ist?

00:13:38: Vielleicht würde ein unruhiger Magen dich nicht mehr nur an das erinnern was du gegessen hast sondern auch an das was Du in den letzten Tagen gedacht gefühlt hinuntergeschluckt hast und es wirklich zu verdauen.

00:13:53: Es geht mir dabei nicht darum Dir vorzuschreiben was Du mit diesen Fragen anfangen sollst!

00:14:01: die Tür zu öffnen für einen anderen Blick auf dich selbst.

00:14:05: Für die Möglichkeit, dass dein Körper vielleicht keine Ansammlung von Problem ist sondern eine Landschaft, die dir etwas erzählen will wenn du bereit bist ihr zuzuhören.

00:14:18: In meinem eigenen Leben hat sich mit dieser Sichtweise mehr verändert als es jede einzelne Übung je könnte.

00:14:26: Früher in meiner Zeit als Elektriker war ich das gewohnt Probleme dort zu suchen wo sie sich zeigten Eine Lampe flackert.

00:14:35: Dann liegt der Fehler bei der Lampe, dachte ich.

00:14:38: Aber je länger ich diesen Beruf ausübte, desto öfter musste ich lernen.

00:14:44: Manchmal liegt der Fäler weit entfernt in einer Sicherung... ...in einem Kabel!

00:14:50: Ein Kabel das durch drei Stockwerke verläuft bevor es überhaupt bei der lampe ankommt.

00:14:56: Manchmal frage ich mich wie viele unserer inneren Lampen wir auswechseln ohne der Leitung zu folgen, die eigentlich dahinter steckt.

00:15:05: Und ich frage mich noch etwas anderes... Etwas das mich seit einiger Zeit beschäftigt.

00:15:12: Warum eigentlich vertrauen wir einer Landkarte, die wir nie mit eigenen Augen gesehen haben, sobald sie von einem sogenannten Spezialisten kommt?

00:15:22: Aber misstrauen sofort!

00:15:24: Sobald jemand behauptet es gäbe eine Landkart in uns selbst, ...die wir mit ein wenig Geduld auch ohne Fachtitel, lesen lernen können.

00:15:36: Ich glaube ein Teil von uns hat verlernt sich selbst als kompetenten Beobachter der eigenen Landschaft zu betrachten.

00:15:45: Wir haben gelernt unseren Körper an Experten abzugeben sobald irgendetwas nicht stimmt.

00:15:52: das ist in vielen fällen richtig und wichtig.

00:15:55: ich bin der letzte der dir raten würde bei ernsten Beschwerden nicht zum Arzt zu gehen aber daneben Ergänzend, gibt es noch diese andere Möglichkeit?

00:16:08: Selbst wieder ein neugieriger Wanderer in der eigenen Landschaft zu werden.

00:16:13: Nicht um dich selbst zu diagnostizieren – im Gottes Willen!

00:16:17: Sondern um dich selber wieder kennenzulernen.

00:16:34: Ein weiteres Bild möchte ich dir heute noch mitgeben bevor wir unsere gemeinsame Reise durch dieses neue Kapitel beginnen.

00:16:42: Die zwölf Hauptmeridiane sind nicht einfach zwöl... einzelne unabhängige Straßen.

00:16:48: Sie bilden sechs Paare, und jedes Paar besteht immer aus einem Jinn-Miridian und einem Yang-Miritian.

00:16:56: Die Jinn Miritiane verlaufen bevorzugt an den Innenseiten deines Körpers – an der Innenseite der Arme und Beine über Brust und Bauch.

00:17:07: Sie sind mit unseren näherenden, speichernden Organen verbunden – der Lunge, dem Herzen, und denieren.

00:17:19: Sie tragen die stillere Empfangenergie in sich, das was wir bewahren, was wir in uns tragen – oft ungesehen!

00:17:30: Die Yang-Miridianen hingegen verlaufen an den Außenseiten am Rücken über Kopf und Gesicht.

00:17:37: sie sind mit unseren aktiven transportierenden und ausscheidenden Organ verbunden dem Dickdarm, dem Dündarm, der Magen, der Gallenblase und der Blase.

00:17:48: Sie tragen die bewegte nach außen gerichtete Energie.

00:17:52: Das was wir zeigen, was wir tun – was in die Welt hinausgeht!

00:17:58: Ich finde es bemerkenswert dass die alten Meister diese Unterscheidung nicht nur medizinisch sondern schon fast poetisch gedacht haben.

00:18:06: Innen das Stille, das Nährende, das was wir für uns behalten.

00:18:12: Außen das Sichtbare, das Handelnde, das Was wir der Welt zeigen… Und beides ist gleich wichtig.

00:18:21: Keiner dieser beiden Seiten darf die andere dominieren, ohne dass etwas aus dem Gleichgewicht gerät.

00:18:28: Vielleicht kennst du Menschen oder vielleicht erkennst du dich selbst manchmal darin wieder?

00:18:33: Die fast ausschließlich in ihrem jungen Leben – die immer tun, immer aktiv sind, immer nach außen wirken aber selten zur Ruhe kommen selten in sich hineinhorschen.

00:18:46: und vielleicht kennst Du auch das Gegenteil!

00:18:48: Menschen die sich so sehr in ihr Inneres zurückziehen, dass sie den Kontakt zur Welt fast verlieren.

00:18:57: Diese beiden Seiten – Yin und Yang – Innen- und Außen sind niemals wirklich getrennt.

00:19:04: Sie gehen an den Fingerspitzen, an den Zehenspitzen ineinander über wie zwei Flüsse, die sich an einem stillen Ort berühren um dann eine neue Richtung weiter zu fließen.

00:19:17: Genau dieses ständige ineinander übergehen, dieser fließende Wechsel von innen nach außen und wieder zurück ist es was uns am Leben erhält.

00:19:30: Ich frage mich manchmal an welchen Stellen in meinem eigenen Leben dieser Übergang zwischen Innen und Außen zu abrupt geschieht?

00:19:39: Wo ich zu schnell von der Stille ins Handeln springe ohne den Moment des Übergangs überhaupt zu bemerken!

00:19:47: Und ich frage mich, ob nicht viele unserer Erschöpfungszustände genau daherhören.

00:19:52: Nicht davon dass wir zu viel tun oder zu viel ruhen sondern davon das wir den Übergang zwischen den beiden verloren haben.

00:20:07: In den kommenden Folgen werden wir diese sechs Paare gemeinsam bereisen.

00:20:12: Wir werden bei den Straßen des Holzes beginnen Bei Leber und Gallenblase unserem inneren General und seinem klugen Berater.

00:20:21: Wir gehen weiter zum Feuer des Herzens und des Dünndarms.

00:20:25: Und zu jenem geheimnisvollen zweiten Feuerpaar, das die alten Meister das Ministerfeuer nannten.

00:20:33: Wir wandern durch die Mitte zu Milz-und Magen unserer inneren Alchemie.

00:20:39: wir folgen dem Atem zur Lunge und zum Dickdarm und tauchen schließlich hinab zu den Tiefen des Wassers von Niere und Blase.

00:20:51: Am Ende dieser Reise werden wir sogar noch zwei ganz besondere Wege entdecken.

00:20:56: Die Sonderkanäle, die wie eine Zentralachse an der Vorderseite und Rückseite deines Oberkörpers verlaufen.

00:21:04: Und die Organuhr, jenen großen, vierundzwanzigstündigen Kreislauf in dem jeder dieser Flüsse einmal am Tag seine Stunde der größten Kraft hat!

00:21:29: Ich möchte dir heute keine Übung mitgeben... Keine Anleitung, keine Schritte die du befolgen sollst.

00:21:36: Ich habe in meinen fast zehn Jahren als Lehrer gelernt dass die wertvollsten Veränderungen selten aus einer Anweisung entstehen.

00:21:45: Sie entstehen aus einer Frage die stehen bleibt Aus einem Bild das nachwirkt lange nachdem die Worte verklungen sind.

00:21:54: Also lass mich dir stattdessen eine kleine Beobachtung mitgeben Eine Beobuchtung die mich selbst bis heute begleitet.

00:22:02: Ich erinnere mich an einen Abend vor einigen Jahren, an dem ich völlig erschöpft von der Arbeit nach Hause kam.

00:22:09: Mein Nacken war hart wie Holz!

00:22:11: Meine Gedanken kreisten noch um ein Dutzend ungelüster Probleme aus dem Büro hoch Haus in dem ich als Haustechniker tätig bin... ...ich setzte mich hin eine Tasse Tee vor mir und tat das was ich mittlerweile fast automatisch tue.

00:22:30: Ich wurde für einen Moment einfach nur still.

00:22:35: In dieser Stille bemerkte ich etwas Merkwürdiges.

00:22:39: Die Anspannung in meinem Nacken, sie war nicht einfach nur da – Sie hatte eine Richtung!

00:22:46: Ich spürte wie sie sich von der Basis meines Schädels aus über die Schultern zog weiter in den Arm hinein bis hin zu einem bestimmten Finger meiner rechten Hand.

00:22:58: Ich hatte das noch nie zuvor so bewusst wahrgenommen.

00:23:03: Es war als würde ich zum ersten Mal merken, dass ein Fluss durch meinen Körper fließt, den ich all die Jahre einfach übersehen hatte.

00:23:12: Weil ich nie stillgehalten hatte um diesen Fluss zu folgen!

00:23:19: Ich habe an diesem Abend nichts gemacht.

00:23:21: Ich habe keine Übung ausgeführt, keine Technik angewendet.

00:23:25: Ich hab ihn nur beobachtet und allein dieses Beobachten, dieses Stille zur Kenntnis nehmen Dass da etwas fließt, dass mein Körper eine Landschaft ist und keine Ansammlung von Einzelteilen hat etwas in mir verändert.

00:23:43: Nicht sofort!

00:23:45: Nicht dramatisch... Aber ein kleiner Samen war gesetzt.

00:23:52: Vielleicht geht es dir heute Abend ähnlich wenn du diese Folge zu Ende gehört hast?

00:23:57: Vielleicht bemerkst Du morgen früh eine Verspannung, ein Ziehen, eine Wärme Und statt Dich sofort zu fragen Was ist hier kaputt?

00:24:06: Fragst du dich stattdessen, wohin will dieser Fluss eigentlich.

00:24:12: Ich verspreche dir nicht dass diese Frage etwas löst.

00:24:16: ich weiß nicht einmal ob lösen das richtige wort für das ist was in einem lebendigen system wie deinem körper überhaupt geschieht.

00:24:26: aber ich glaube dass allein die bereitschaft hinzuschauen ohne sofort etwas ändern zu wollen schon der erste Schritt jeder echten Heilung ist.

00:24:38: Es gibt da diesen alten dauistischen Gedanken, der mich seit Jahren begleitet.

00:24:43: Man kann einen wilden Fluss nicht bezwingen indem man ihm mit Gewalt in ein Bett presst das man selbst entworfen hat!

00:24:51: Man kann ihn nur zuhören, seinen natürlichen Neigungen erkennen und ihm dann ganz behutsam den Raum geben, den er braucht um seinen eigenen Weg zu

00:25:03: finden.".

00:25:04: Möglicherweise ist das die eigentliche Kunst, um die es in diesem neuen Kapitel gehen wird.

00:25:12: Nicht die Kunst die Miridiane zu beherrschen sondern die Kunst ihnen endlich zuzuhören!

00:25:20: Ich denke da an alte Flussanwohner von denen ich einmal gelesen habe Menschen die ihr ganzes Leben lang an einem großen Strom gewohnt haben ohne je eine hydrologische Ausbildung genossen zu haben.

00:25:34: und doch kannten sie ihren Fluss besser als jeder Ingenieur, der später mit Messgeräten anrückte.

00:25:41: Sie wussten, an welcher Stelle das Wasser im Frühling zuerst steigt!

00:25:46: Sie wusste, welches Rauschen einen Sturm ankündigt lange bevor er zu sehen ist.

00:25:51: Dieses Wissen war nicht erlernt im Sinne wie wir es heute lernen – Es war erlebt,

00:25:58: erspürt.".

00:25:59: Über Jahre gewachsen durch nichts als aufmerksames Dasein am eigenen Ufer.

00:26:07: Ich glaube, genauso ein Flussanwohner deines eigenen Körpers kannst du werden!

00:26:13: Nicht durch ... Ein Lehrbuch.

00:26:17: Nicht durch einen Lehrbuch das dir sagt welcher Meridian wofür zuständig ist Sondern durch das schlichte geduldige Wohnen in dir selbst Durch das Daseinn an deinem eigenen Ufers Tag für Tag.

00:26:33: Tasse für Tasse.

00:26:48: Wir haben heute die Tür zu einem neuen großen Kapitel geöffnet, wir haben das Bild der Organe um ein neues Bild erweitert und das Bild von Flüssen, die diese Organe miteinander verbindet.

00:27:03: Wir haben gesehen dass Gesundheit nicht nur bedeutet, dass jedes Organ für sich in Ordnung ist sondern dass das G zwischen den Organen frei und ungehindert fließen kann.

00:27:16: Wir haben auch gesehen, daß dieses Wissen uns nicht in erster Linie Werkzeuge an die Hand gibt, sondern vor allem eine neue Art zu fragen!

00:27:26: Nicht mehr was ist hier kaputt?

00:27:29: Und wie repariere ich es?

00:27:31: Sondern vielleicht welcher Fluss verläuft hier durch mich hindurch und was will er mir

00:27:38: erzählen?!

00:27:40: In der nächsten Folge tauchen wir ein in das erste dieser Flusspaare.

00:27:45: Wir besuchen die Leber, den General deines inneren Reiches und die Gallenblase seinen klugen und mutigen Berater.

00:27:55: Wir werden sehen welche Wege sie durch deinen Körper nehmen, welche Geschichten sich an ihren Ufern abspielen und was es bedeutet wenn der Fluss gestaut oder frei ist.

00:28:08: Nimm dir für heute nur dieses eine Bild mit.

00:28:12: Du bist keine Ansammlung, nur von Organen!

00:28:17: Du bist eine lebendige Landschaft durchzogen von Flüssen die niemals wirklich still stehen auch dann nicht wenn du selbst ganz still sitzt.

00:28:29: Vielleicht lohnt es sich in den nächsten Tagen einmal innezuhalten wenn irgendwo in dir eine Spannung, eine Wärme ein Ziehen auftaucht Nicht um es sofort zu beheben, sondern nur um für einen Moment zu spüren in welche Richtung es fließen möchte.

00:28:48: Ich bin Andreas.

00:28:50: Bleib bei dir!

00:28:51: Spüre die Flüsse, die durch Dich hindurchziehen und vertraue Deiner Natur Bis zur nächsten Tasse Tee.

00:28:59: wenn es wieder heißt Che-Gong & eine Tasse tee Gedanken und Geschichten über Philosophie Spiritualität die Kunst zu kämpfen.

00:29:13: Wenn dir diese Episode gefallen hat, dann abonniere diesen Podcast damit du keine Tasse Theme verpasst und wenn du jemanden kennst für den dieser Blick auf die unsichtbaren Flüsse in ihm gerade jetzt wertvoll sein könnten, dann erzähle ihn gerne davon!

00:29:31: Wenn dich eigene Gedanken zu dieser Folge begleiten oder du Fragen hast, dann schreib sie mir gern in die Kommentare.

00:29:39: Ich freue mich immer sehr von dir zu hören.

00:29:45: Alle Infos zum mir und meiner Arbeit findest du auf meiner Homepage.

00:29:49: Den Link dazu habe ich dir wie immer direkt in die Show Notes dieser Folge gemacht.

00:29:55: Bis zum nächsten Mal!

00:30:17: Die Gedanken ziehen wie Wolken fort.

00:30:20: Ich bin ganz hier, an diesem halben Ort und ruft so warm und lädt mich ein bei mir zu sein.

00:30:30: Heißer Tee in meiner einen Anker in diesem Land.

00:30:36: Chigong und eine Tasse Tee.

00:30:39: der Morgen malt.

00:30:40: ein zartes Licht im Atemzug.

00:30:44: da spür ich mehr als Worte es beschreiben könnten.

00:30:47: hier die Seele laut.

00:30:52: Der innere Kompass neugelt.

00:30:55: Kein Kampf, kein Zwang Nur ein sanftes Fließen.

00:30:59: Die Harmonien im Inneren sprießen.

00:31:01: Der Tee erzählt Geschichten alt und weiß.

00:31:05: Das G-Umhüllt mich gibt mir neues Preis.

00:31:08: Ein Moment der Klarheit Tief und warm macht mich bereit Für all das was ist und war.

00:31:16: G-Gog hast ja morgenmat ein sattes Licht Im Atemzug als Worte es beschreiben.

00:31:28: Die Seele lauschen.

00:31:34: Ja G-Go und deine Tacität So fängt jeder Tag an, den ich sehe.

00:31:41: In Stille finde ich meinen Weg Im Rhythmus der das Leben trägt.